Kristin Lohmann
Ich arbeite seit Jahren mit Kinder und Jugendlichen zusammen und realisiere gemeinsam mit ihnen

künstlerische Projekte. In der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen erfahre ich, dass vielen oft

der Zugang fehlt, Kunst zu verstehen. Deshalb muss es für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit zur

Reflexion mit Kunst geben. Damit meine ich, jeder soll die Möglichkeit erhalten, der Kunst direkt zu

begegnen, sie wahrzunehmen, zu verstehen, darüber zu reflektieren und zu bewerten und (als

höchste Steigerungsform) selbst auszuprobieren. Während meiner Zusammenarbeit mit Kindern und

Jugendlichen wird jedem mit der Zeit klar: Kunst hat - trotz einer allgemein verbreiteten Meinung - nicht

unbedingt immer etwas mit Können zu tun. Kunst muss auch nicht immer schön sein, um anderen zu

gefallen. Sicherlich hat Kunst einen unbestrittenen ästhetischen Aspekt, aber sie kann auch heraus-

fordernd, entrückend, provozierend, verwirrend, abstoßend, sogar entstellend sein. Mein Fazit während

meiner Zeit als lehrende Künstlerin: Kunst muss ansprechen, ja anregen. Für mich als Künstlerin hatte das

zur Konsequenz, Kunstverständnis zu wecken und weiter zu entwickeln, denn "Kunst gibt nichts Sichtbares

wieder, Kunst macht sichtbar." (Paul Klee)